Tilmann Waldthaler – Interviewzurück

Er hat knappe 400.000 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt, hat 112 Länder dabei durchreist und gilt als einer der umtriebigsten und bekanntesten Tourenfahrer überhaupt: der Südtiroler Extrembiker Tilmann Waldthaler.

 

Seit Ende 2002 wird auf seinem Touren von einem Weber Monoporter begleitet. Hier nun ein Interview, dass wir 2002 mit ihm führen konnten:


Tilmann, für alle, die Dich noch nicht kennen sollten, wie kamst Du dazu, „Weltumradler“ zu werden und Dein Leben fast ausschließlich dem Reisen zu widmen?

 

T.W.

Ich wollte eigentlich nie Weltumradler werden, das hat sich so ergeben. Meine Schlüsselerlebnisse haben sich fast ausschließlich in den Wüsten abgespielt. Ich habe jemanden in der Wüste mit einem voll bepacktem Tourenrad getroffen und war fasziniert von der unkomplizierten Art unterwegs zu sein.

 

Gab es ein „normales“ Leben zuvor?

 

T.W

Was ist normal? Wenn man einen Konditorjob als normal bezeichnet, dann hat es sehr wohl vorher ein normales Leben gegeben mit unlogischen Arbeitszeiten (Nachtschicht.) Vielen Stresssituationen in leitenden Positionen und viel Unzufriedenheiten. Übergewicht, Arbeitszeiten wenn alle normalen Menschen schlafen und arbeiten wenn alle anderen Menschen feiern (Weihnachten, Feiertage etc.).

 

Wie er- und überlebst Du Grenzerfahrungen wie lange Einsamkeit und solch extreme körperliche Anstrengung? Haben Dich solche Erfahrungen verändert?

 

T.W.

Der menschliche Körper ist zu viel mehr fähig als wir ihm zumuten. Das Problem liegt darin, dass wir Menschen bedingt durch unser soziales Umfeld den bequemeren Weg wählen, also scheint alles andere „extrem“. Wenn man das was ich mache, lange genug betreibt dann lebt, erlebt und überlebt man Grenzerfahrungen im Alltag, dies ist mein Alltag.

 

Viele erstaunt, dass bei einem Tourenbiker ein Laptop zur festen Ausrüstung gehört. Wie setzt Du ihn ein?

 

T.W.

Der Laptop ist für mich ein wichtiges Werkzeug welches mir hilft meine Termine, Berichte und Daten zu verwalten. Ich kann unterwegs Texte verfassen meine Homepage updaten und falls ich mit meinen Sponsoren und Partnern kommunizieren will ist dies schnell und unproblematisch gemacht. Eine Ergänzung die mir bei meinen Reisen schon sehr viel geholfen hat. Mit der Hilfe meines Laptops habe ich während der letzten Reise unterwegs drei Bücher geschrieben.

 

Ein Mensch, der solche Reisen unternimmt muss viel Vertrauen haben. Woher nimmst Du es und wem gilt es?

 

T.W.

Ich sehe in allem auf dieser Welt selbst dem Bösen einen Funken Gutes. Ich glaube nicht dass es viel Böses gibt, doch eher das Böses und Negatives gemacht wird, weil man sich nicht die Zeit nimmt, andere Menschen zu verstehen.

 

In Deinen Reisen erlebst Du extreme Kontraste, wie Hunger, Armut, Einsamkeit sowie Überfluss, Reichtum und Überbevölkerung auf der anderen Seite. Müsstest Du nicht Technik oder Fortschritt ablehnen?

 

T.W.

Solange ich mit der Technik arbeite und die Technik mir hilft meinen Lebensunterhalt zu verdienen kann ich nicht „njet“ sagen. Ich bin mental noch nicht soweit wie ein Höhlenmensch in der Höhle zu leben. Ganz abgesehen davon gibt es bereits einen Ötzi. Und um den wird zuviel Wirbel gemacht.

 

Du sprichst über Veränderungen und dem Problem vieler Menschen, damit Schritt zu halten, bist selbst jedoch immer auf der Höhe der Zeit. Siehst Du Technik als Chance oder Gefahr für die Menschen?

 

T.W.

Die Technik sehe ich als eine optimale Chance, Menschen die Möglichkeit zu geben Ideen zu realisieren um unser Leben zu verbessern, solange wir die Technik als Werkzeug benützen wird sie uns vieles bringen, wenn wir allerdings anfangen die Technik als Spielzeug zu sehen, dann wird es schwierig.

 

Was schätzt Du an Deiner Ausrüstung am meisten?

 

T.W.

Qualität, Verlässlichkeit, Komfort, Sicherheit und Stabilität. Meine Ausrüstung muss auch praktisch und sinnvoll sein. Alles andere ist „Schnick-schnack“

 

 

Viele fragen sich, wie Deine Ausrüstung die teils extremen Touren so gut überstehen. Woran liegt das, an der Fahrtechnik, der Auswahl der Komponenten oder der generellen Art mit Dingen Deiner Umwelt umzugehen?

 

T.W.

Ich komme aus einer sehr armen Familie und uns Kindern wurde immer erklärt, dass wir mit unseren Sachen behutsam umgehen müssen, denn wenn es kaputt ist dann ist es kaputt und es wäre kein Geld für Reparaturen oder sogar etwas Neues. Also habe ich gelernt meine Sachen zu pflegen, dies mache ich mit meinen Kleidern, meinem Auto und allem was ich habe so. Natürlich auch mit meiner Expeditionsausrüstung. Ich habe diese bekommen um meine Reise und eine Arbeit damit zu tun, also ist es sinnlos zu versuchen, diese so schnell wie nur irgendwie möglich kaputt zu bekommen. Dies ist nicht der Sinn meiner Arbeit. Ich sehe die Ausrüstung die mir zur Verfügung gestellt wurde als Werkzeug und nicht als Spielzeug.

 

Wie bist auf dem Weber Monoporter aufmerksam geworden?

 

T.W.

Ich habe den Monoporter das erste Mal auf Eurem Stand auf der ISPO gesehen und war sofort begeistert.

 

Hast Du ein paar Tipps, wie man am Besten mit dem Monoporter auf Tourum gehen sollte?

 

T.W

Der Monoporter ist wie das Bike und meine komplette Ausrüstung ein Tourenfreund geworden. Tipps: Nicht überladen, sinnvoll beladen, beim Fliegen gut einladen. Ich habe ihn ja leider nur 6.000 Kilometer gezogen, er ist ja noch nicht einmal eingefahren.

 

Wo kann man Dich live erleben, oder mehr über Dich und Deine Reisen erfahren?

 

T.W.

Ab 02. November 03 bin ich immer wieder mit Vorträgen unterwegs und bin während den Messen mit meinen Sponsoren unterwegs. Der beste Anlaufpunkt ist meine Homepage und der click auf „Diashow“ und „Events“. Ich bin bis Juni 2004 in Europa, anschließend werde ich wieder nach Australien zurückkehren.

 

Alle Informationen dazu gibt es auf meiner Homepage: www.tilmann.com

 

Vielen Dank Tilmann für dieses ausführliche Gespräch und weiterhin viel Glück auf Deinen Reisen!

 

 

Date: 12.03.2004